Conservation Culture

Erhaltungskulturen am BGBM

Für stark gefährdete Pflanzenarten kann eine Kultivierung außerhalb des natürlichen Standortes in einem Botanischen Garten die einzige Rettung vor dem Aussterben sein. Dies trifft z.B. für Arten mit nicht trocknungsresistenten und damit nicht lagerfähigen Samen, eingeschränkter Samenproduktion oder ausschließlich vegetativer Vermehrung zu, ferner für Arten, deren natürlicher Lebensraum verloren gegangen ist.

Unsere Erhaltungskulturen umfassen gefährdete Arten aus ganz Europa. Die Beete dieser Erhaltungskulturen liegen im nicht-öffentlichen Bereich, aber auch im öffentlichen Teil beherbergt der Botanische Garten Berlin-Dahlem zahlreiche bedrohte Pflanzenarten aus aller Welt. Die Erfassung, Dokumentation und Sicherung und Vermehrung dieser Bestände hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Pflege und Vermehrung dieser Pfalnzen erfordert in hohem Maße gärtnerisches Wissen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Wurden die Pflanzen im Garten erfolgreich vermehrt, steht dieses Pflanzenmaterial für Wiederansiedlungsversuche an ehemaligen oder neu ausgewählten, geeigneten Wuchsorten oder zur Stützung überalterter, individuenarmer und gefährdeter Populationen zur Verfügung. Wiederaussiedlungsprogramme wurden in Berlin mit verschiedenen Arten bereits in den neunziger Jahren mit unterschiedlichem Erfolg durchgeführt. Der Botanische Garten Berlin-Dahlem wird in den kommenden Jahren vermehrt wieder Pflanzen für Wiederaussiedlungen kultivieren und somit zum regionalen Artenschutz beitragen. Die Auswahl der Arten erfolgt in enger Absprache mit der „Arbeitsgruppe Erhaltungskulturen" des Verbandes Botanischer Gärten und umfasst vor allem hochrangig gefährdete Pflanzenarten, von denen nur noch einzelne oder wenige Populationen in der Region vorkommen und für deren Erhalt Deutschland eine besondere Verantwortung trägt.