Maiglöckchen

Convallaria majalis
L.
Asparagaceae
Spargelgewächse

Das Maiglöckchen kommt aus Europa und Nordostasien. Sie ist eine beliebte mehrjährige Zierpflanze mit einem unterirdischen Rhizom und wächst wild an warmen, halbschattigen Standorten sowohl auf kalkreichen als auch auf sauren Böden. Zwei langgezogene, spitz lanzettliche Laubblätter umgeben scheidig ihren Stengel. Dieser trägt in einer Traube glockenförmige, stark duftende, weiße Glockenblüten. Deren Zipfel dienen als Haltepunkt für die sie bestäubenden Wildbienen. Die durch ihre Aktivität entstehenden Früchte des Maiglöckchens sind kleine rote Beeren.

In Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts wird das Maiglöckchen als lilium convallum (Lilie der Täler) bezeichnet. Der deutsche Name weist dagegen auf die Blütezeit hin. Die im Maiglöckchen vorkommenden Glykoside sind wie alle herzwirksamen Glykoside sehr giftig. Convallatoxin ist ein wichtiger Bestandteil der Maiglöckchen Droge und wirkt wie andere Herzglykoside. Es stärkt die Herzmuskulatur und verringert seinen inneren Widerstand. Es wirkt außerdem tonisierend auf die Venen und fördert die Ausscheidung von Natrium und Kaliumsalzen über den Harn. In toxischen Dosierungen kann es zur Herzlähmung führen. Der bestimmende Duft der Blüten des Maiglöckchens ist ein aromatisches Aldehyd Namens Bourgeonal. Es wird in der Parfümindustrie verwendet. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass es menschliche Spermien zu schnellerem Schwimmen veranlasst. Es stellte sich auch heraus, dass Bourgeonal der bisher einzige nachgewiesene Riech-Stoff ist, für den Männer empfindlicher sind als Frauen. Allerdings scheinen die Spermien nach neueren Untersuchungen durch einen anderen Mechanismus als durch einen spezifischen Geruchsrezeptor und im Übrigen auch durch andere Stoffe aktiviert zu werden.