Knoblauch

Allium sativum
L.
Amaryllidaceae
Amaryllisgewächse

Der Knoblauch gehört zu den Amaryllisgewächsen und stammt wahrscheinlich aus Zentral- oder Ostasien. Die Kulturpflanze wird seit der Antike als Nahrungs-, Gewürz- und Arzneipflanze genutzt. Sie wächst mehrjährig mit länglichen, flachen graugrünen Blättern und kann knapp einen Meter groß werden. Die Knoblauchknolle kann bis zu 20 Zehen ausbilden. Der Stengel, der meist der mittleren Zehe entspringt, trägt an der Spitze einen kugeligen Blütenstand mit weiß-rosafarbenen Blüten oder sehr häufig auch Brutzwiebelchen anstelle der Blüten.

Seine Geschichte lässt sich bis 1550 v. Chr. zurückverfolgen. Für die Bauarbeiter der Ägyptischen Pyramiden war er ebenso unverzichtbar wie bei der ersten Olympiade in Griechenland als Dopingmittel. 1858 konnte Pasteur seine antibakterielle Wirkung nachweisen. In zahlreichen Tierversuchen und Patientenstudien wurden seither antimikrobielle, antivirale und lipidsenkende Effekte nachgewiesen. Die Wirkung gegen Pilze wird auf die Hemmung der Fettsynthese bei Hefen zurückgeführt. Allicin ist eine schwefelhaltige Verbindung, die im Knoblauch vorkommt und unter anderem für den typischen Geruch verantwortlich ist. Die Verbindung wird über Atem und Haut wieder ausgeschieden. Allicin ist ein Abbauprodukt der Aminosäure Alliin und entsteht bei Beschädigung der Knoblauchzehe unter Einwirkung des Enzyms Alliinase. Allicin hat zelltötende Eigenschaften, wird aber bei der Verdauung sehr schnell zu ungiftigen Stoffen abgebaut. Allicin und Ajoen gelten als Hemmer der Blutgerinnung und führen damit zu verlängerter Blutungszeit. Die Droge wird zur Therapie bei erhöhten Blutfettwerten, zur Prophylaxe der Arteriosklerose, zur Prophylaxe altersbedingter Gefässveränderungen eingesetzt. In der Volksheilkunde wird sie gegen Arteriosklerose, Hypertonie, Erkrankungen des Respirationstraktes und Magen-Darm-Kanals, als Wurmmittel und bei klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Auch zur Unterstützung bei Diabetes und als Tonikum kommt die Droge zur Anwendung. Äusserlich wird sie bei Hühneraugen, Warzen, Schwielen, Haarflechten, Ohrenentzündung, Muskelschmerzen, Neuralgien und Rheuma verwendet.