Herzgespann

Leonurus cardiaca
L.
Lamiaceae
Lippenblütler
Löwenschwanz

Das Echte Herzgespann kommt von Mitteleuropa und Skandinavien bis Zentralasien vor und in Nordamerika verwildert. Es liebt stickstoffreiche Böden und ist in Deutschland im Rückgang begriffen. Die aufrechte, bis 1,5 m hohe mehrjährige Pflanze mit hohlem vierkantigem Stengel trägt charakteristisch gezähnte, gewöhnlich hängende Blätter. Die kleinen weißen bis rosafarbenen Blüten sitzen in achselständigen Quirlen. Sie sind helmförmig und besitzen eine behaarte Oberlippe und eine dreiteilige Unterlippe mit bräunlicher Zeichnung.

Wegen des Aussehens der Scheinähren wurde der Gattungsname vom griechischen léon (Löwe) und urá (Schwanz) gebildet. Der Name cardiaca wurde bereits von Theophrast mit Bezug auf die Anwendung der Pflanze bei Erkrankungen des Herzens und des Magens benutzt. Herzgespann bezeichnete früher den Magenkrampf. Bereits das erste 1485 in Mainz in deutscher Sprache erschienene Kräuterbuch, der "Hortus Sanitatis" empfiehlt die Pflanze gegen Herzkrämpfe, Magendrücken und Engbrüstigkeit. Wichtigste Anwendung ist die Behandlung von nervösen Herzbeschwerden. Leonurus cariaca wird ferner unterstützend bei Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt, traditionell außerdem als krampflösendes, blutdrucksenkendes Mittel und bei Menopausenbeschwerden. Die Droge gilt als Kontraktionsmittel für den Uterus worauf sich der Name Mutterwurz oder das englische Motherwort bezieht. Die Iridoidglykoside oder ihre im Körper gebildeten Metabolite hemmen vermutlich die Prostaglandinbildung. Die Alkaloide interagieren mit Neurorezeptoren, die verschiedenen Phenole mit Proteinen. Wahrscheinlich zeigen auch die Diterpene und Diterpenlactone biologische Aktivität. Wirkungen am Herzen, aber auch am Uterus sowie Wehenförderung sind nachgewiesen worden.