Gemeiner Wacholder

Juniperus communis
L.
Cupressaceae
Zypressengewächse
Heide-Wacholder

Der Gemeine Wacholder ist eines der am weitesten verbreiteten Nadelgehölze und kommt im gemäßigten Europa, Asien und Nordamerika vor. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden und bevorzugt milde bis saure, magere Böden an sonnigen Magerweiden, Heiden, Felsgebüschen und in lichten Wäldern. Der bis zu 12 m große Baum mit dichten nadelförmigen Blättern und meist säulenförmigem Wuchs ist zweigeschlechtlich. Die männlichen und weiblichen Zapfen wachsen auf getrennten Pflanzen. Drei Jahre nach der erfolgreichen Windbestäubung reifen auf den weiblichen Bäumen die blauen beerenartigen Zapfen.

Große Wacholderbestände wie in der Lüneburger Heide oder auf der Schwäbischen Alb sind durch Weidenutzung entstanden. Das Vieh verbeißt die eigentlich konkurrenzschwache Art nicht und fördert sie damit indirekt. Wacholderholz ist sehr witterungsresistent, eignet sich aufgrund der üblicherweise geringen Dimensionen aber kaum zur Verarbeitung. Dafür sind die Wacholderbeeren (die reifen weiblichen Zapfen) ein wichtiges Gewürz insbesondere für Wildgerichte oder Grundlage für Schnäpse wie Gin oder Genever. Im Mittelalter galt er als Vorbeugungsmittel gegen Pest, zudem empfahlen ihn die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. als harntreibendes, verdauungsförderndes und magenstärkendes Mittel. Die Früchte werden traditionell als Diuretikum, bei Nierenbecken- und Harnblasenentzündung, genutzt, jedoch auch als Magenmittel, gegen Blähungen und Verdauungsstörungen. Bei äußerlicher Anwendung bewirkt das ätherische Öl eine Hautreizung und dadurch eine verstärkte Durchblutung. Das ätherische Öl gilt als bedenkliches Diuretikum, da es eine Nierenreizung auslösen und zu blutigem Harn führen kann. Die phenolischen Verbindungen sind potentiell antioxidativ und tragen vermutlich zum medizinischen Nutzen der Wacholderbeeren bei.