Bittersüßer Nachtschatten

Solanum dulcamara
L.
Solanaceae
Nachtschattengewächse

Der Bittersüße Nachtschatten ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet. Als kletternder oder niederliegender Halbstrauch kann er bis vier Meter groß werden. Seine oberen krautigen Teile erfrieren im Winter meist. In rispigen Wickeln angeordnet finden sich die zwittrigen Blüten mit fünf dunkel-violetten Kronblättern und fünf den Griffel umgebenden gelben Staubblättern, die charakteristisch miteinander verwachsen sind. Seine giftigen und zur Reife knallrot gefärbten Beeren werden z.B. von Vögeln gefressen, die ihre unverdauten Samen ausbreiten.

In Mitteleuropa ist der Bittersüße Nachtschatten in Bruch- und Auenwäldern von den Ebenen bis auf maximal 1400 Meter über Meeresspiegel häufig. Er wächst meist an feuchten Stellen wie Ufern, Gräben, Waldschlägen oder Röhrichten, doch auch an mäßig trockenen Stellen wie nährstoff- und stickstoffreichen Lehm- und Tonböden ist er zu finden. Als Droge werden die getrockneten 2-3-jahrigen Stengelstücke verwendet. Diese werden entweder im Frühjahr gesammelt, wenn die Pflanze zu Blühen beginnt, oder im Herbst, wenn die Blätter abgefallen sind (Dulcamarae stipes). Die giftige Droge selbst wird heute weniger verwendet; zur Anwendung kommen vielmehr Fertigpräparate mit standardisierten Extrakten. Inhaltsstoffe sind: Steroidalkaloidglykoside, wie alpha– und beta Solamarin, sowie Steroidsaponine . Als gesichert gelten heute immunsuppressive, cortisonähnliche, entzündungshemmende und juckreizmindernde Wirkungen der Präparate. Dementsprechend werden sie innerlich und äußerlich zur unterstützenden Therapie bei chronischen Hautleiden wie bei Ekzemen oder Neurodermitis eingesetzt. Gegenanzeigen sind Schwangerschaft und Stillzeit. In der Volksheilkunde wurde die Pflanze auch als Blutreinigungstee, bei Übelkeit, Rheuma, chronischer Bronchitis und bei Asthma eingesetzt. Homöopathische Zubereitungen verabreicht man bei fieberhaften Infekten, Erkrankungen der Atmungsorgane, des Magen-Darm-Kanals, der Harnwege, der Gelenke und der Haut.