Empfehlungen und Anregungen für Ihren Besuch

Auf eigene Faust unterwegs. Mit Kindern auf Entdeckungstour.

Einige Pflanzen und Bereiche im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem sind für Kinder ganz besonders spannend und daher für einen individuellen Familienbesuch geeignet. Am meisten erfahren Ihre Kinder über die faszinierende Pflanzenwelt bei einer Führung.

In den Gewächshäusern ist zu jeder Jahreszeit etwas zu erleben, z.B.:



Von einer begehbaren Grotte im Großen Tropenhaus(Haus A) plätschert ein Wasserfall. Von oben kannst Du das ganze Tropenhaus überblicken und in die Baumkronen blicken. Die auf der Grotte gepflanzten Palmfarne zählen zu den ältesten Pflanzen im Botanischen Garten: Mit schätzungsweise 150-200 Jahren haben diese Gewächse bereits zwei Weltkriege überlebt.
Und wieder unten angekommen kannst Du von Stein zu Stein springen um von einer Seite des Wasserfalls zur anderen Seite zu gelangen.

Du kannst große Koi-Karpfen beobachten. Aber pass auf, dass Du nicht hineinplumpst, dass Wasser ist nass.Entdecke an den Informationssäulen, warum die vielen Pflanzen in den Tropen so wertvoll sind.

   
Wie schnell ist die "schreckhafte" Mimose (Mimosa pudica im Annex des Großen Tropenhauses Haus A)? Das Zusammenklappen der Fiederblättchen durch Berührung oder Erschütterung ist eine der schnellsten Bewegungen einer höheren Pflanze und kann gut beobachtet werden. Die Mimose ist durch ihren vorübergehenden, "verwelkten" Anblick vor fressenden Weidetieren geschützt.
   
Im Haus C sind Tropische Nutzpflanzen zu entdecken. Es lohnt sich immer der Blick nach oben, um zu sehen, ob eine der Bananenstauden gerade Früchte trägt (Gattung Musa). Warum sind die Bananen eigentlich krumm? Sie wachsen der Sonne entgegen, um möglichst viel Licht zum Wachstum zu erhalten. Der Kaugummibaum verrät, wie Kaugummi aus ihm hergestellt werden kann (Manilkara zapota). Der Kakaobaum ist in aller Munde, mit etwas Glück ist eine Frucht am Stamm zu entdecken (Theobroma cacao). In diesem Gewächshaus laufen kleine Wachteln am Boden, kleine Zebrafinken und Webervögel fliegen herum. Sie fressen Schädlinge von den Pflanzen und unterstützen so die Gesundheit der Pflanzen ohne chemischen Gifteinsatz.
   
Im Haus E können Bäume entdeckt werden, die in der Natur mit Ameisen in einer Symbiose leben. Z.B. die Stierhorn-Akazie mit ihren kräftigen Dornen (Acacia cornigera).
   
Die Verwandten der Ananas bilden aus ihren Blättern einen Trichter, in dem Regenwasser gesammelt wird. Hoch oben in den Bäumen des mittel- und südamerikanischen Regenwaldes leben die Bromelien (Haus G) und leben von diesem Wasser. Die größten Arten können bis zu 18 l Wasser sammeln und bieten damit für Frösche, Wasserspinnen, Algen usw. einen einmaligen Lebensraum, einen "Teich" hoch oben in den Baumkronen.
   
Die großen imposanten Kakteen (Haus I) schützen sich mit ihren Dornen vor fressenden Tieren. Die Dornen sind tatsächlich umgewandelte Blätter.
   
Was "fressen" die Fleischfressenden Pflanzen (Haus L)? Ganz unterschiedlich gestaltete Blätter mit Klebetropfen, Klappfallen, Rutschen, Trichtern, falschen Fenstern usw. können entdeckt werden. Wie Fliegen auf den Leim gehen, ist hier zu sehen.
   
Im Australienhaus (Haus M) duftet es sehr angenehm nach Eukalyptus und anderen Myrtengewächsen.
   

Im Freiland ist besonders im Frühjahr bis Herbst sehr viel zu entdecken, z.B.:

Im Arboretum: Im Frühling begeistern nicht nur die herrlichen Blüten der Rosenartigen Bäume um den Rosenpavillon (Malus, Pyrus, Prunus). Beeindruckende Bäume sind immer der große Mammutbaum und die mit ihren ausladenden Ästen eine lebende Höhle formende Hänge-Buche (Fagus sylvatica 'pendula').  Im Herbst sind die bunten Früchte und Blätter der Bäume einladend - hier lässt sich gefahrlos im Laub rascheln, denn darunter verbirgt sich kein Hundehaufen. Und die herabgefallenen Blätter des Kuchenbaumes verströmen im Herbst leckeren Kuchenduft (Cercidiphyllum japonicum). Warum die Blätter im Herbst so bunt werden kann man hier erfahren.
   
Die Nordamerikanischen Sümpfe sind besonders im Frühjahr spektakulär, wenn der Amerikanische Riesen-Aronstab (Lysichiton americanus) aus der Erde kommt und wie große gelbe Maiskolben schon von weitem leuchtet. Wer eine gute Nase hat, wird der Gestank der Blüten nicht entgehen. Damit werden Fliegen erfolgreich zur Bestäubung der Blüten angelockt.
   
Die Gebirgsanlagen mit ihren verwinkelten kleinen Wegen trainieren die Trittsicherheit, kleine Bäche rauschen herunter und Hummeln und Bienen können hervorragend beim Blütenbesuch beobachtet werden.
   
Im Duft- und Tastgarten ist Anfassen erwünscht: Blätter mit einer rauen Oberfläche wie eine Kuhzunge (Wandelröschen, Lantana camara Sorten) oder ganz weicher Behaarung wie ein Hasenohr sind hier zu fühlen. Für die Nase gibt es Blüten, die nach Schokolade duften (Cosmos atrosanguineus), nach Gummibärchen (Cephalophora aromatica), nach Ananas (Ananassalbei, Salvia rutilans)  oder Zitrone (Pelargonium-Sorten). Noch besser funktionieren hier die Nase und die Hand bei verbundenen Augen.
   
Im Sumpf- und Wassergarten kann man im Teich schwimmende Molche entdecken oder einer Libelle beim Schlüpfen zusehen. An Fröschen mangelt es auch nicht, diese quaken im Konzert und springen ins Wasser. Im Uferbereich des Amerikasees steht oft der Graureiher.
   

Aber auch im Winter ist das Freiland lohnend, z.B.:

Kaum irgendwo anders, als im Botanischen Garten, lassen sich so einfach viele heimische Vogelarten beobachten: z.B. den Eichelhäher, die Schwanzmeise, den Gartenrotschwanz, den Zeisig, den Kleiber, den Fischreiher und viele mehr.
Mit einem Bestimmungsbuch, Fernglas und Fotoapparat ausgerüstet macht es älteren Kindern besonders viel Spaß, wie ein Forscher durch den Garten zu pirschen.
   
Selbst im Winter gibt es eine erstaunliche und  interessante Blütenpracht. Ein Highlight sind die Blüten der Zaubernüsse (Hamamelis virginiana, H. mollis), des Winterjasmins (Jasminum nudiflorum) und des sogenannten Winter-Schneeballs (Viburnum x bodnatense), die nicht nur schön aussehen, sondern obendrein auch zauberhaft duften.
   
Und wenn es geschneit hat: Spurenlesen im Schnee. Nicht nur der Fuchs ist im Botanischen Garten unterwegs.
   

Im Botanischen Museum ist das ganze Jahr über viel zu entdecken, z.B.:

Gleich im Eingang ist die beeindruckend große Scheibe eines Mammutbaumes. Sie ist so schwer, dass kein Mensch sie bewegen kann. Wer die Jahresringe zählt, weiß, dass der Baum 750 Jahre alt war, als er zersägt wurde.
Wie alt bist Du?
   
In der Nutzpflanzenabteilung ist ein Tisch, der mit allen Getränken und Leckereien gedeckt ist, die wir zum Frühstück mögen. Dort ist mit Hilfe eines interaktiven Mediums, einer Weltkarte und Vitrinen erfahrbar, woher eigentlich die Lebensmittel kommen, die täglich auf unserem Frühstückstisch landen.
   
In einem interaktiven Spiel können die Blätter der Berliner Straßenbäume erraten und zugeordnet werden. Dieses Spiel ist übrigens auch an der Kasse erhältlich und kann zu Hause weitergespielt werden (CD-Rom, 9,95 €).
   

Nimm Papier und Stift mit:

Die Pflanzen geben vielfältige Anregungen, die schönsten Bilder zu malen.



Weitere Ideen?

Sie haben mit ihren Kindern noch ganz andere Höhepunkte im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem erlebt? Teilen Sie uns das gerne mit: Kontakt